Jeder sucht etwas. Absolut jeder. Es gibt wohl keinen, der Nichts sucht. Nagut, Astronauten auf der Suche nach Schwarzen Löchern suchen nach Nichts. Erstaunlicherweise gibt es sogar Nichts im Weltall! Schon merkwürdig, so umgeben von Nichts zu sein. Dabei bedeutet “Nichts sein” eigentlich etwas nicht zu sein, es bedeutet nicht gut zu sein, nicht toll, nicht schön, nicht reich, nicht intelligent, nicht in der Gesellschaft akzeptiert, nicht der Ehemann einer sexy Frau, ganz zu schweigen von Etwas sein. Man ist halt Nichts. Aber Nichts kann doch garnicht existieren, schließlich ist Nichts nichts und Nichts kann nicht da sein, weil Nichts sonst nicht Nichts wäre. Denn wenn dort etwas wäre, dann wäre Nichts schließlich Etwas – und Etwas kann nicht Nichts sein, aber ich wiederhole mich.
Jedenfalls gibt es nichts (da ist es wieder), was nicht gesucht wird. Sogar das Nichts wird gesucht und wurde sogar im Weltall gefunden. Man definiert es in Längeneinheiten, dabei weiß man garnicht, ob hinter dem Nichts nicht doch noch etwas ist, was man hinter dem Nichts nur nicht sehen kann, weil das Nichts eben doch etwas ist. Nur was das Nichts ist… wer weiß das schon.
Aber zurück zum Anfang. Jeder sucht etwas. Der Heilige Gral, der entweder ein Kelch ist, in dem das Blute Jesus’ aufgefangen wurde, oder wenn man Dan Brown glaubt, einen Sarkophag, in dem die Maria Magdalena gebettet ist und der vor der Kirche versteckt wird, oder vielleicht auch nur das nächste Videospiel an der Theke vom nächsten MediaMarkt können die Objekte der Begierde sein. Naja, wenn man mal davon ausgeht, wieviele Menschen von der Gralsuche nicht lebend wiederkehrten, sollte man besser das Videospiel suchen. Macht außerdem auch mehr spaß, denn im Gegensatz zum Gral, der einen eher töten würde (weil Neider drauf versessen wären den Gral an deiner statt zu besitzen), weckt das Videospiel das kleine Kind in dir und macht es unsterblich, zumindest für die zu erwartende Lebenszeit von ca 70 Jahren. Klar, der Heilige Gral verspricht ewiges Leben, aber mal ehrlich, wird ein Wort von ewiger Jugend fallen gelassen? Ich stelle mir den Anblick nach 500 Jahren schon etwas strange vor. Klein, verschrumpelt, langsam, ungefähr so wie Meister Joda in StarWars, Episode 6, kurz bevor er sich vom Acker macht und das Weite sucht – nur noch etwas langsamer, kleiner, gebeugter und dass sich die Knochen noch mehr durch die Haut abzeichnen. Interessant wäre, was diese Menschen dann eher suchen würden, den Tod oder eine Lösung, das Problem aus der Welt zu schaffen ohne selbst aus der Welt zu scheiden. Da Menschen aber arrogant, selbstherrlich und selbstverliebt sind, vermutlich eher zweiteres, denn wir sehen es schon an den Pummelfeen und Presswurstelfen heutzutage, dass auch diese Leute, obwohl sie nicht eingefallen oder überaltert sind, nicht daran denken, dass ihr Anblick bei manch einem Menschen zum Todesschrecken führen könnte – oder zum Hirnschlag aus Überarbeitung des visuellen Zentrums aufgrund der aus des Körpervolumens auftretenden Datenmenge, die von den Stäbchen und Zapfen des Auges ausgesendet werden (wer in Biologie aufgepasst hat… – ich habs nicht, danke, Wikipedia!) und die Datenautobahnen des menschlichen Körpers blockieren und die Umleitungen das gesamte Hirn lahmlegen, was auch noch weitere Möglichkeiten des Ablebens ermöglicht, so zum Beispiel das Vergessen des Atmens oder das Aussetzen des Herzschlages, weil der Impuls des Hirns nicht mehr zum Herz gelangt. (An dieser Stelle sei gesagt: Ich habe wirklich nichts gegen dicke bzw fettleibige und übergewichtige Menschen, viele können ja nichteinmal etwas dafür, aber ich habe etwas gegen Menschen, die trotz 90-60-90 pro Bein eine mit Panthermuster versehen Leginz anziehen, die für Kinderbeine bis einschließlich 6 Jahren gedacht ist [Anmerkung des Autoren]) Hier – um zum Topic zurückzukommen – müssten die Ärzte bei der Obduktion die wahre Todesursache finden. Vermutlich würde auf dem Bericht ähnlich wie in der Autowerkstatt stehen: “Totalschaden, Benzinpumpe im Arsch (Herz), Katalysator durchgebrochen (Niere), Elektronik mit Kurzschluss (Hirn aus), Schaufenster zersplittert (Augen), Radioantenne abgebrochen (Ohren), Airbag geplatzt (Lunge) und der Auspuff mit ner Banane verstopft (Popo)“. Was davon nun die Zündkerze kaputt gemacht hat, müsste man dann herausfinden. Dass im Endeffekt ein eingewachsener Zehennagel eine Entzündung hervorgerufen hat, durch die der Schweiß der Füße eingedrungen ist und den gesamten Organismus kaputt gemacht hat, merkt erst der Bestatter beim Preparieren zur Trauerfeier, als er die Socken auszieht. Aber – man kennt es inzwischen von mir – ich schweife wieder ab.
Die ewige Suche führt die Menschheit inzwischen auch immer weiter vom eigenen Planeten weg. So schauen wir uns Planeten an, die mehrere millionen Lichtjahre entfernt sind und suchen dort nach unbekannten Lebensformen, genannt Aliens oder Außerirdische. Dass im Amazonasgebiet und in Afrika, Australien, Neuseeland, Tasmanien und fast überall sonst auf der Welt unzählige noch unbekannte Lebewesen ausgerottet werden, weil der Mensch die natürlichen Ressourcen des Planeten ausbeutet und dabei nicht nur nicht daran denkt, dass irgendwann der Rohstoff nicht mehr da ist, sondern auch nicht einen einzigen Gedanken daran verschwendet, dass vielleicht die kleine Amöbenart, die genau da gelebt hat, wo gerade der Fuß des Vorarbeiters den Matsch mit einer Verdrängung von 75 Kilogramm beiseite schiebt, während eine Planierraupe dafür sorgt, dass überhaupt Matsch auf dem ehemaligen Waldboden entstehen kann, indem sie verhindert, dass Baumwurzeln das Wasser aufsaugen können, weil keine Bäume mehr vorhanden sind, das Mittel gegen Krebs oder Aids – oder meinetwegen gegen die Schweinegrippe enthalten haben könnte, also ich meine die kleine Amöbe. Jedenfalls sollte man doch eigentlich meinen, dass der noch unerforschte Teil der eigenen Welt interessanter sein sollte als die unerforschten Welten, die man zu seinen Lebzeiten sowieso niemals erreichen würde. Aber dem ist nunmal nicht so und so verschwinden zuweilen unbekannte Insekten und andere Tiere einfach so vom Erdboden. Bliebe zu wünschen, dass Aliens diese kleinen Tierchen auf ein Raumschiff beamen und sie retten, während der Mensch (wie in Sachsen-Anhalt) in seinen Tage- und Untertagebau-Bergwerken versinkt – oder von der nächst-tolleren Waffe vernichtet wird – oder aber der größte jemals gebaute Teilchenbeschleuniger auf einmal doch ein Schwarzes Loch – oder auch ein Nichts – erzeugt und wir alle auf einmal doch nichts sind – und dabei doch etwas sind. Denn ein Nichts sein, bedeutet nicht Nichts zu sein, sondern in gewisser Hinsicht dann doch, dass man Etwas ist – so als Nichts.